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Mit dieser Broschüre möchten wir Ihnen kurz die Hintergründe Ihrer Erkrankung erläutern und aufzeigen, mit welchen Therapien und aktuellen Behandlungsstrategien sich der Hautzustand langfristig verbessern und Ekzemschübe wirkungsvoll verhindern lassen.


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Neurodermitis

Behandlungsstrategien

Um einen Ekzemschub frühzeitig im Keim zu ersticken, kommen Salben und Cremes mit entzündungshemmenden Wirkstoffen zum Einsatz.

  Antientzündliche Therapie

Mit Hilfe der antientzündlichen Therapie wird die genetisch bedingte erhöhte Entzündungsbereitschaft der neurodermitiskranken Haut reguliert. Hier kommen, abhängig vom akuten Hautzustand, verschiedene wirkstoffhaltige Cremes zum Einsatz, durch die die akuten Entzündungszeichen sowie der Juckreiz gelindert werden können.

  Kortison

Kortison
Die entzündungshemmende Substanz ist chemisch verwandt mit dem körpereigenen Nebennierenrindenhormon Kortisol, das wichtige Funktionen beim Stoffwechsel und bei der Immunabwehr übernimmt. Kortison ist in der Lage, rasch einen akuten Krankheitsschub zu unterdrücken.
Kortison
ist ein körpereigenes Hormon, das in den Nebennieren gebildet wird. Entgegen dem weit verbreiteten Vor urteil ist Kortison kein Gift, sondern ein wichtiger körpereigener Botenstoff. Er erfüllt eine ganze Reihe von lebenswichtigen Funktionen im Körper, reguliert u. a. verschiedene Stoffwechselvorgänge, beeinflusst die Immunabwehr und das zentrale Nervensystem. Außerdem hat Kortison eine natürliche, stark entzündungshemmende Wirkung.

Die Haut von Säuglingen und kleinen Kindern ist sehr viel durchlässiger als die Haut von Erwachsenen. Daher muss man hier eher mit Nebenwirkungen rechnen. Grundsätzlich gilt: Kortison bei Kindern ja – aber nur genau nach Vorschrift.

Der entzündungshemmende und auch juckreizlindernde Effekt legten nahe, Kortison als Wirkstoff in der Therapie entzündlicher Hautkrankheiten einzusetzen. Bereits vor über 50 Jahren wurden Patienten mit Kortisonsalben behandelt, und das mit Erfolg: Der Entzündungsprozess wurde gestoppt, die Entzündungssymptome gingen zurück, der Juckreiz hörte auf. Die Kehrseite der Medaille ist eine Reihe möglicher Nebenwirkungen, die man heutzutage – dank konsequenter Weiterentwicklung der Präparate und verbesserter Therapieschemata – allerdings gut kontrollieren kann.

Gerade die modernen Kortisoncremes haben ein sehr günstiges Wirkungs–Nebenwirkungs-Profil. Die gefürchteten Nebenwirkungen wie Äderchenbildung, Hautverdünnung und vermehrte Behaarung treten vor allem bei Langzeittherapie oder unsachgemäßem Gebrauch auf, aber nicht, wenn die Kortisoncremes wie vom Hautarzt verordnet angewandt werden.

Aus Angst vor Nebenwirkungen wenden viele Patienten und Eltern die Kortisonpräparate nicht so an, wie vom Arzt empfohlen. Vernünftig angewendet überwiegen die Vorteile jedoch deutlich über die möglichen Nachteile.

In der Regel wird bei einem akuten entzündlichen Schub eine hochwirksame Kurzzeittherapie durchgeführt, die, sobald sich der Hautzustand gebessert hat, langsam ausschleicht. Das bedeutet, dass die Kortisonpräparate nicht abrupt abgesetzt werden, sondern die Häufigkeit der Anwendung schrittweise reduziert wird. Es wird neuerdings auch empfohlen, eine regelmäßige Applikation (1- bis 2-mal pro Woche) von Kortisonpräparaten fortzuführen, um nach der Behandlung des Schubs den Erfolg langfristig zu erhalten. Ansonsten könnte es zu einem raschen Wiederaufflammen der Entzündung kommen.

An bestimmten Körperregionen sollte Kortison möglichst zurückhaltend angewandt werden. Dies gilt bei der Behandlung von Ekzemen im Gesicht, insbesondere an den Augenlidern, sowie im Genitalbereich. Die Haut an Händen und Füßen ist hingegen unempfindlicher und verträgt deshalb auch stärkere Kortisoncremes.

  Topische Calcineurininhibitoren

Topisch
Örtlich begrenzte Anwendung bzw. Auftragen eines Medikaments.
Topische
Calcineurininhibitoren
Calcineurininhibitoren sind eine Klasse von Wirkstoffen (Pimecrolimus, Tacrolimus), die die Aktivität der T-Zellen beeinflussen und dadurch die Ausschüttung der Boten- und Entzündungsstoffe verhindern. Hierdurch wir ein deutlicher Rückgang oder sogar die vollständige Abheilung der entzündlichen Hautveränderungen bewirkt.
Calcineurininhibitoren
sind Salben und Cremes, deren Wirkstoffe die Entzündung der Haut lindern, indem sie die Aktivität bestimmter Immunzellen regulieren. Bei der Therapie von Neurodermitis kommen aus dieser Wirkstoffklasse derzeit Elidel 1%-Creme (Wirkstoff: Pimecrolimus) und Protopic 0,03% Salbe/0,1% Salbe (Wirkstoff: Tacrolimus) zum Einsatz.

Die Wirkstoffe sind seit dem Jahr 2002 für Patienten ab dem Alter von 2 Jahren zugelassen und in vielen Studien an tausenden von Patienten geprüft. Auch wenn es noch keine Langzeiterfahrungen bei der Patientenbehandlung gibt, sind mittlerweile 15 Jahre klinische Erfahrung vorhanden und die Wirkstoffe gelten in der Langzeittherapie als sicher und gut verträglich. Topische Calcineurininhibitoren haben gegenüber Kortison den entscheidenden Vorteil, dass sie auch für empfindliche Hautregionen gut geeignet sind. Da sie sehr hautspezifisch wirken, belasten die Wirkstoffe nicht den gesamten Organismus. Damit gibt es weder eine Beschränkung hinsichtlich der Größe der zu behandelnden Hautfläche noch eine Begrenzung bei der Dauer der Therapie.

Als Begleiterscheinung kann es bei den ersten Anwendungen zu einem Brennen und Wärmegefühl kommen – das ist normal und geht in den meisten Fällen wieder zurück. Nach Alkoholgenuss kann ebenfalls eine kurzzeitige Überwärmung und Rötung des Gesichts auftreten. Außerdem sollten Patienten darauf achten, dass die Haut während der Behandlung mit topischen Calcineurininhibitoren durch Kleidung und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor vor der Sonne geschützt wird.