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Mit dieser Broschüre möchten wir Ihnen kurz die Hintergründe Ihrer Erkrankung erläutern und aufzeigen, mit welchen Therapien und aktuellen Behandlungsstrategien sich der Hautzustand langfristig verbessern und Ekzemschübe wirkungsvoll verhindern lassen.


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Neurodermitis

Behandlungsstrategien

Die Haut des Neurodermitikers ist rau und trocken. Auch in erscheinungsfreien Phasen muss die Basistherapie konsequent weitergeführt werden. Dies kann dazu beitragen, dass ein stärkeres Ekzem gar nicht erst entsteht.

Anhand der typischen Hautveränderungen und der vom Patienten beschriebenen Beschwerden kann der Hautarzt meist ohne größere Schwierigkeiten die Diagnose Neurodermitis stellen. Zur Festlegung der Behandlungsstrategie wird er den Schweregrad der Erkrankung ermitteln und außerdem eine allergologische Diagnostik durchführen, um festzustellen ob und welche Allergene als Provokationsfaktoren die Neurodermitis verstärken.

Abhängig von den Untersuchungsergebnissen und dem individuellen Krankheitsbild erstellt der Arzt einen Therapieplan. Zu den grundlegenden Elementen der Therapie gehören: das Vermeiden der Provokationsfaktoren, die konsequente Basistherapie auch in beschwerdefreien Zeiten und eine antientzündliche Therapie zur Linderung und Unterbindung eines Ekzemschubs.

  Basistherapie

Das A und O einer jeden Neurodermitistherapie ist die regelmäßige Basistherapie. Die aufgrund der genetischen Veranlagung und einer gestörten Hautbarrierefunktion trockene Haut des Neurodermitikers muss täglich versorgt werden, um einen angemessenen Fett- und Feuchtigkeitsgehalt zu erreichen und den Hautzustand langfristig zu verbessern.

Die Wahl des geeigneten Produkts richtet sich nach dem aktuellen Hautzustand und der Körperregion, die behandelt werden soll. Grundsätzlich sind dabei die besonderen Eigenschaften von Cremes und Salben zu beachten.

Eine Lotion oder Milch ist noch dünnflüssiger als eine Creme und daher gut zur großflächigen Hautpflege geeignet.

Bei beiden handelt es sich um Emulsionen, die aus einem Fett-Öl-Anteil (Ölphase) und einem Wasseranteil (Wasserphase) bestehen. Emulgatoren sorgen dafür, dass diese beiden an sich nicht mischbaren Phasen eine Verbindung eingehen. Wird Wasser in Öl gemischt, wobei der Ölanteil deutlich überwiegt, spricht man von einer Wasser-in-Öl-Emulsion oder Salbe. Bei einer Creme ist das Verhältnis gerade umgekehrt. Hier handelt es sich um eine Öl-in-Wasser-Emulsion, bei der wenig Öl in Wasser emulgiert wird. Salben sind folglich sehr viel fetthaltiger als Cremes. Sie sind gut geeignet, um die Haut mit Fett zu versorgen, ihre Elastizität zu verbessern und sie vor dem Austrocknen, beispielsweise bei Kälte oder Wasserkontakt, zu schützen. Allerdings kann der Salbenfilm auf der Haut eine Verdunstungsbarriere bilden und zu einem Wärmestau führen. Deshalb werden Salben im Sommer als eher unangenehm empfunden. Auch bei einer akuten Entzündung sind Salben eher ungeeignet.

Ein zusätzlich juckreizlindernder Effekt kann erzielt werden, wenn man die Basistherapeutika im Kühlschrank aufbewahrt und gekühlt auf die Haut aufträgt.

Cremes sind in der Regel geschmeidiger, lassen sich leichter verteilen und ziehen schneller in die Haut ein. Zudem bewirkt der höhere Wasseranteil eine bessere Ausdunstung und Kühlung der Haut – ein angenehmer Effekt nicht nur im Sommer und für die juckreizgeplagte Haut.

Neben der passenden Fett-Wasser-Zusammensetzung sollten Hautpatienten immer auch auf die Inhaltsstoffe der Präparate achten. Produkte, die Substanzen (z. B. Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe) enthalten, die Allergien auslösen können, sollte man unbedingt vermeiden.

  Harnstoff

Harnstoff hat die Eigenschaft, Feuchtigkeit zu binden und gehört zu den natürlichen Feuchthaltefaktoren in der obersten Hautschicht, der Hornschicht. Man hat festgestellt, dass in der Haut von Neurodermitikern sowohl bei Erscheinungsfreiheit als auch während eines Krankheitsschubs, deutlich weniger Harnstoff vorhanden ist, als in gesunder Haut. Zum Ausgleich des Mangels wird deshalb den Pflegepräparaten Harnstoff zugeführt. Harnstoffhaltige Salben, Cremes oder Lotionen erhöhen den Wassergehalt in der Hornschicht, machen die Haut geschmeidiger und verhindern ein Austrocknen. Darüber hinaus hat Harnstoff auch eine juckreizstillende Wirkung.

Harnstoffpräparate gibt es in verschiedenen Konzentrationen. Welcher Harnstoffgehalt angemessen ist, hängt vom akuten Hautzustand ab. Bei kleinen Kindern empfehlen Experten Produkte mit einer Harnstoffkonzentration von maximal vier Prozent. Bei nässenden und aufgekratzten Ekzemen ist Harnstoff nicht geeignet, da an diesen Stellen ein unangenehmes Brennen auftreten kann.