A A
Behandlungsstrategien

Basistherapie

Antientzündl. Therapien

Proaktive Therapie

Weitere Therapien

Mehr zum Thema in unserer Broschüre

Mit dieser Broschüre möchten wir Ihnen kurz die Hintergründe Ihrer Erkrankung erläutern und aufzeigen, mit welchen Therapien und aktuellen Behandlungsstrategien sich der Hautzustand langfristig verbessern und Ekzemschübe wirkungsvoll verhindern lassen.


Broschüre bestellen

Neurodermitis

Behandlungsstrategien

Das proaktive Behandlungskonzept bedeutet ein Umdenken bei Arzt und Patient. Nun gilt: Dauertherapie und Basistherapie statt Basistherapie und Kurzzeittherapie beim Ekzemschub.

  Proaktive Therapie

Tägliche, dauerhafte Basistherapie und antientzündliche Kurzzeittherapie im Falle eines akuten Ekzemschubs – so sah das Behandlungskonzept der Neurodermitis in den letzten Jahren aus. Mittlerweile wird jedoch immer häufiger von dieser reaktiven Therapie, bei der man mit der Behandlung wartet und erst beim nächsten Ekzemschub reagiert, Abstand genommen. Zunehmend setzt sich die proaktive Therapie als Behandlungsstrategie durch.

Es sind die Besonderheiten der neurodermitiskranken Haut, die zu diesem neuen Therapieansatz geführt haben. Man weiß, dass die Barrierefunktion der Haut auch in erscheinungsfreien Zeiten gestört ist. Deshalb ist die konsequente Basistherapie ein so wichtiger Bestandteil der Behandlung. Hautuntersuchungen bei Neurodermitikern zeigen außerdem, dass selbst bei nicht sichtbarem Ekzem die Zahl der Entzündungszellen der Haut erhöht ist. Dieser Tatsache trägt die proaktive Therapie Rechnung: Im Anschluss an die antientzündliche Therapie, die das Ekzem zum Abklingen bringt, wird die Therapie in einer niedrigen Dosierung fortgesetzt. Auf diese Weise werden bereits minimale Entzündungsreaktionen unterbunden und das volle Aufblühen des Ekzems kann in den meisten Fällen verhindert werden.

Dank ihres günstigen Nutzen-Risiko-Profils und der auch bei der Langzeitanwendung geringen Nebenwirkungen hat sich die Anwendung topischer Calcineurininhibitoren bei der proaktiven Therapie (derzeit nur für Tacrolimus zugelassen) sehr gut bewährt.

Anders als bei der reaktiven Therapie, bei der ein Arztbesuch üblicherweise nur im Falle eines Krankheitsschubs erfolgt, wird der Arzt bei der proaktiven Therapie in regelmäßigen Abständen aufgesucht. Die Praxiserfahrung zeigt, dass dies unter anderem dazu führt, dass Patienten die Therapieanweisung und Basistherapie konsequenter einhalten.

Verschiedene Studien und Anwendungsbeobachtungen belegen den Erfolg und zeigen darüber hinaus, dass die proaktive Therapie der reaktiven Therapie in den meisten Fällen überlegen ist. Die Erkrankung wird besser kontrollierbar und über die Zeit reduziert sich der Schweregrad. Es treten deutlich weniger Ekzemschübe auf und die erscheinungsfreien Phasen werden länger. Zudem verbessert sich dauerhaft der Hautzustand und damit die Lebensqualität der Patienten insgesamt.

Der Hautarzt legt in Abhängigkeit des Hautzustandes die Dosierung und Anwendungshäufigkeit der Salbe fest und bestimmt individuell die Erhaltungsdosis
Individuelle angepasste Dosierung nach Besserung der Symptome, die sicher stellt, dass dem Körper nur die für den Behandlungserfolg notwendige Dosis zugeführt wird.
Erhaltungsdosis
, also die Dosis, unter der der Patient erscheinungsfrei bleibt. Bei den meisten Patienten ist eine ein- bis dreimal wöchentliche Behandlung mit topischen Calcineurininhibitoren angezeigt. In regelmäßigen Abständen kontrolliert der Arzt den Therapieverlauf, passt gegebenenfalls die Dosierung an und bestimmt, ob und wann die Therapie langsam ausgeschlichen wird.

Studienergebnisse

Im Rahmen einer Langzeitstudie wurde eine Patientengruppe in niedrig dosierter Dauertherapie 2-mal wöchentlich und während Ekzemschüben 2-mal täglich mit Tacrolimussalbe (Protopic 0,03% Salbe, 0,1% Salbe) behandelt. Die zweite Gruppe wurde nur während der Ekzemschübe 2-mal täglich therapiert. Innerhalb des Behandlungszeitraums von einem Jahr waren Hautzustand und Lebensqualität der Patienten aus der ersten Gruppe erheblich besser, außerdem traten deutlich weniger Ekzemschübe auf. Ein weiterer interessanter Aspekt: Der Verbrauch an Salbe war bei der proaktiven Therapie nicht höher als bei der Gruppe, die die Salbe lediglich bei Auftreten von Ekzemen angewendet hatte (siehe Grafik).